"Himmel
und Erde werden vergehen, meine Worte werden nicht vergehen."
von Friedemann Wunderlich
"Meine Worte werden
nicht vergehen", sagt Jesus Christus. Die Bibel ist das umfassende Wort
Jesu Christi. Mehr bekommen wir nicht. Weniger haben wir nicht. Gottes
Wort den Völkern ist auch im 101. Jahr unserer Mission unser
Motto und Programm. Es gibt nur eine einzige Methode wirksam zu
evangelisieren: Gottes Wort vollständig weitergeben,
wahrheitsgetreu erklären und lebensnah anwenden. Daran muss
sich die ganze Arbeit messen lassen.
Mission von gestern
Mittlerweile
spüren Missionswerke die Veränderungen in den
Gemeinden. Gemeinden verlangen auch von den Missionen Unterhaltung,
unzählige spannende Projekte und moderne Aktionen. Diese
Erwartungen beschäftigen mich. Soll das unser Weg sein?
Die unheimliche Verfolgung
In
unseren Arbeitsgebieten in Osteuropa werden wir konfrontiert mit einer
Gemeinde Jesu, die jahrzehntelang nur das Wort hatte. Die Kommunisten
versuchten mit aller Kraft den Christen die Bibel wegzunehmen. Die
Herrscher von damals sind vergangen. Die Gemeinde lebt.
„Meine Worte werden nicht vergehen!" „Ach
hätten wir doch die Verfolgung wieder!" Dieser Wunsch eines
Bruders in einer alten Gemeinde in Osteuropa, den er mir bei einem
Besuch mit Tränen in den Augen mitteilte, hat mich
aufgerüttelt. Gemeinden, die im Kommunismus durch die
Verfolgung stark im Herrn wurden, verlieren nun scharenweise die
Geschwister durch die Einflüsse aus dem Westen. Was der
Kommunismus nicht fertig brachte, das Wort Gottes wegzunehmen,
geschieht nun mit modernen Gemeindeprogrammen verbunden mit dem
Materialismus. Ich sehe eine Tendenz: Christentum als Unterhaltung.
Christentum als Spaß-, Show und Sportprogramm. Nachfolger
Jesu werden infiziert mit dem Erfolgs- und Attraktivitätsvirus
westlicher Gemeinden. Wer kann, wacht auf und verschließt
sich diesen verführerischen Einflüssen. Es gibt
große Landstriche unserer Welt, z.B. China, die in den
letzten Jahren ein unglaubliches geistliches Wachstum erlebt haben, die
sich aber den Einflüssen aus der westlichen christlichen Welt
verschließen.
Fehlende Bibelkenntnis
Der
Versuch, bei mehr Menschen Aufmerksamkeit zu erzielen, Veranstaltungen
zu füllen und von der Welt akzeptiert zu werden, hat in den
westlichen Gemeinden zu einer Reduzierung der Botschaft der Bibel
geführt. Viele Texte aus der Bibel werden einfach weggelassen,
weil sie die Leute abschrecken. Es entstehen Gruppen und Gemeinden, die
eins gemeinsam haben: eine erschreckende Bibelunkenntnis. Christen
kennen das Wort Gottes nicht mehr. Bibeln sind im Gepäck von
vielen Gemeindebesuchern nicht mehr zu finden. Das einfache Aufschlagen
von Bibelstellen gerät zu einem peinlichen Fingersuchspiel.
Der
Angriff aus der Gemeinde
Mir
scheint: Das Wort Gottes wird in unserer Zeit nicht zuerst von der
Welt, sondern von den Programmgestaltern der Gemeinde
bekämpft. Pastoren müssen gute Entertainer sein. Der
Gottesdienst ist die Fortsetzung der Samstagabend-TV-Show. Prediger,
die nicht in kurzen, abwechslungsreichen und kurzweiligen Worten die
Zuhörer vom Schlaf abhalten können, gelten als
langweilig. Es wird nicht mehr der Inhalt beurteilt, sondern die
Darbietung. Theater, Pantomime, Zaubertricks, Anbetungstänze,
psychologische Themenkurzpredigten und anderes drängen die
Wort-Gottes-Predigt an den Rand. Wie unerträglich muss es in
Gottes Ohren klingen, wenn sein inspiriertes Wort durch fade,
gehaltlose menschliche Worte ersetzt wird. Bitte verstehen Sie mich
richtig: Ich bin für Kreativität und für das
Einbringen der verschiedenen Gaben in die Gemeinde. Ich rede nicht der
Einfallslosigkeit, der Eintönigkeit und dem „Es war
schon immer so" das Wort. Es geht um die Vorrangstellung des Wortes
Gottes.
Erfolg durch Menschen
Gemeindeleiter
durchforsten heute säkulare Marketingbücher, um neue
Gemeindewachstumsstrategien zu finden. Technische Fragen brauchen
heutzutage bei einer Evangelisation mehr Zeit, Kraft und Geld als
geistliche Vorbereitungen. Es scheint, dass die neuen Methoden
effektiver sind, weil sie mehr Menschen für den Augenblick
anziehen. Die Veranstalter sehen viele Besucher und beurteilen ihre
Methode als gut. Das Vertrauen in das Wort Gottes und in die Predigt
dieses Wortes passt nicht in die moderne Suche nach ständiger
Abwechslung. Es scheint, dass der Unterhaltungswert von Veranstaltungen
wichtiger wird als die Predigt des Wortes Gottes. Ist die Kraft des
Wortes Gottes unter Evangelikalen abgelöst worden durch das
Vertrauen auf menschliche Stärke? Man setzt auf menschliche
Größe und die Kraft organisierter christlicher
Einheit. Man glaubt, dass geschickt inszenierte
Veranstaltungen Veränderungen bringen.
Veränderungen wohin?
Keine Marketingarbeit
Aus gut
gemeinten missionarischen Motiven heraus versuchen Gemeinden, der Welt
auf Augenhöhe zu begegnen. Das Programm der Welt wird in die
Gemeinden geholt, damit die Welt für die Gemeinde gewonnen
wird. Die Mission führt keinen Wettkampf mit der Welt. Es geht
nicht darum, Aufmerksamkeit zu bekommen, sondern das ganze Wort Gottes
klar und eindeutig zu verkündigen. Verkündigung des
Wortes Gottes ist eben keine marktschreierische Angelegenheit. Es geht
nicht darum, Produzenten und Kunden zufrieden zu stellen. Mission ist
keine geschickte Methode, Zuhörer mit menschlichen Mitteln zu
bekehren. Mission vertraut der göttlichen
Souveränität, dass sein Wort Leben schafft, damals
wie heute. Wir sind Licht der Welt durch unsere Andersartigkeit. Der
Versuch, Menschen für Jesus Christus zu gewinnen durch die
Ansicht, wir seien im Grunde genommen ihnen ähnlich, ist ein
Trugschluss. Auch können und dürfen wir das Wort
Gottes nicht so in Watte packen, dass es den Zuhörern
Spaß macht und das alles als Unterhaltung empfunden wird. Die
Welt wird niemals Freude haben am Wort Gottes. Es gibt in der Welt
keine Anerkennung des Wortes Gottes und deshalb auch keine Anerkennung
der Missionare. Nur Gottes Geist schafft aus diesem Wort Erkenntnis von
Schuld und Sünde sowie Erkenntnis der Gnade Gottes.
Ablehnung
Weil es
Christen im Westen mehr und mehr spüren, dass die Zustimmung
der Welt fehlt, werden sie irritiert. Auf ablehnende Kritik der Welt
reagiert man in der Gemeinde pikiert. Wenn die Gegner des Evangeliums
behaupten, man gehöre zu den Leuten, die die „Bibel
so wörtlich nehmen, wie die islamischen Fundamentalisten ihren
Koran", setzt man alles daran, den „schlechten Ruf" wieder
gut zu machen. Wenn der Vorwurf erhoben wird, man wolle „die
Leute bekehren", spricht man von
„Missverständnissen" und vergisst, dass das
Evangelium von Jesus Christus keine Zustimmung von der Welt bekommen
kann. Christen leben in der Welt gut und vorbildlich. Sie bleiben aber
letztlich immer unattraktiv, weil ihre Botschaft den Geist der Welt
angreift.
Das Wort verstecken
Man kann
das Evangelium so sehr in soziale Aktionen verpacken, dass es so stark
verwässert wird, dass praktisch kein Unterschied mehr zwischen
einem muslimischen, buddhistischen oder christlichen Missionar
erkennbar ist. Brötchen bringen alle. Das Wort Gottes
können nur Christen bringen. Vorrang hat das Wort.
Top und Flop
Bevor nicht
alle das Wort Gottes wenigstens einmal gehört haben,
verzichten wir auf Veränderung unserer Methode: Gottes Wort
den Völkern. Die bloße Verkündigung des
Wortes Gottes wirkt langweilig und wenig zeitgemäß.
Bibeln in den Sprachen der Völker unter die Menschen zu
bringen scheint Missionsarbeit von gestern zu sein. Programme, wie die
in vielen Ländern der 3. Welt bewährte Emmausarbeit,
die zum intensiven persönlichen Bibelstudium führt,
gilt für westliche Christen als eintönig. Die
Erkenntnis, dass nur das Wort Gottes Menschen neu machen kann, fehlt
mehr und mehr. Missionswerke und Gemeinden kommen und gehen. Worte und
Programme von Menschen sind heute top und morgen ein Flop. Die Worte
Jesu bleiben bestehen.
Treu sein
Wir
müssen treu sein und nicht erfolgreich. Wir messen die
Wirksamkeit unserer Arbeit nicht an dem Ergebnis, sondern an der
Tatsache, dass wir Gottes Wort weitergegeben haben. Es geht nicht
darum, ob unsere Arbeit funktioniert oder Erfolg hat. Die Richtigkeit
der Verkündigung des Wortes Gottes zeigt sich oft gerade
darin, dass es keine Zustimmung erfährt. Die Reaktion der
Mehrheit ist kein Beweis für Echtheit. Erfolg ist kein Hinweis
auf Vertrauenswürdigkeit und Wahrheit. Die ständige
Suche modern und attraktiv für die Welt zu sein, macht die
Mitarbeiter und letztlich auch die Zuhörer müde.
Fragen
Jesus
Christus hat seinen Nachfolgern aufgetragen, sein Wort weiterzugeben.
Es ist Jesus Christus selbst, der durch sein Wort Frucht schafft, ganz
gleich, wie wir es weitergeben. Es gibt viele Missionsmethoden in
unserer Welt. Wir müssen uns prüfen an den Fragen:
Haben wir sein Wort weitergegeben oder etwas anderes? Ist unsere
Präsentation geeignet, die Zuhörer davon zu
überzeugen, dass wir Gottes Wort verkündigen? Werden
durch die Verkündigung des Wortes Gottes Menschen und
menschliche Einrichtungen geehrt oder wird der Blick auf Jesus Christus
selbst gelenkt? Hilft die Verkündigung, dass die
Zuhörer das ganze Wort Gottes kennen lernen und nicht nur
Teile daraus? Hilft die Art und Weise der Darstellung, das Evangelium
mit dem nötigen Ernst zu vermitteln. Es geht um Tod und Leben!
Hilft die Darstellung des Evangeliums, dass der Zuhörer merkt,
dass es nicht um Spaß und Unterhaltung, um etwas
Gemütliches und Vergnügliches, um Theater und
Lebenshilfe geht, sondern um eine Angelegenheit von
äußerster Wichtigkeit?
Gemeindearbeit ohne Geld
Bei meinen
Besuchen auf unseren Arbeitsfeldern habe ich mich schon manches Mal
gefragt: Was bliebe denn in unseren Gemeinden übrig, wenn uns
das ganze Geld genommen würde und wir nur noch unser Leben und
die Bibel hätten, so wie unzählige Christen in der
Verfolgung?
Wenn das
geschähe, reduzierte sich vieles auf das Wesentliche.
Was wir brauchen
Wir
brauchen in unseren Gemeinden und Missionsarbeiten keine Clowns,
Entertainer und Marketingexperten. Wir brauchen Männer und
Frauen Gottes, die Gottes Wort hören, kennen und weitergeben.
Wir brauchen Predigt anstatt Unterhaltung. Gebet anstatt menschliches
Werkeln. Vertrauen, dass der souveräne Gott durch sein Wort
besser retten kann als durch unsere Erfolgsmethoden. Wir brauchen
Gemeinden, die sich des Evangeliums nicht schämen. Gemeinden,
die wissen, dass sie missverstanden werden können, die
Ablehnung erfahren, weil Jesus Christus, ihr Herr, von der Welt
abgelehnt wurde. Wenn alles das wegfällt, was wir versuchen,
um uns für die Welt attraktiv zu machen, kehren wir
zurück zum einfachen Wort Gottes. Zurück zur Lehre
der Apostel. Zurück zum gemeinsamen Gebet. Zurück zur
Gemeinschaft der Heiligen. Zurück zum Brechen des Brotes als
Ausdruck dafür, dass der verspottete und gekreuzigte Jesus
Christus der Herr in unserer Mitte ist.
Der einzige Weg
„Ach
hätten wir die Verfolgung wieder!" Ist das der einzige Weg,
dass wir wieder zurückkehren zum Wort Gottes?
Ja, die
Worte unseres Herrn Jesus vergehen nicht. Sein Wort ermutigt. Sein Wort
schenkt uns Zukunft.
Mit
freundlicher Genehmigung entnommen der Zeitschrift
"Gottes
Wort den Völkern"
Mission
für Süd-Ost-Europa, Im Wiesental 48, D 57078 Siegen
Homepage: www.msoe.org
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Mit
dieser Homepage
möchten wir Ihnen Hilfen und Anregungen bei Ihrer Suche nach
Gott geben und den Weg zum ewigen Heil aufzeigen.
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