Was ist
eigentlich Karneval?
und
wie sollen wir uns als Christen verhalten?
Die
Bezeichnung Karneval entstammt vermutlich
dem italienischen "carne vale", was etwa "Fleisch lebe wohl" bedeutet.
Es beschreibt ein Fest vor der Fastenzeit, das hauptsächlich
in katholischen Gegenden gefeiert wird. Es ist für viele
Gemeindemitglieder der katholischen Kirche eine Zeit der Vorbereitung
auf den Aschermittwoch als ersten Tag der Fastenzeit.
Am Aschermittwoch ist alles
vorbei“ singt man in einem Lied und man meint damit, dass nun
die Zeit des Fastens und der Buße anfängt.
Eine Zeit, in der sich solche, die der katholischen oder der Ostkirche
angehören, selbst auferlegt haben, weniger zu essen oder z.B.
kein Fleisch zu essen und keinen Alkohol zu trinken.
Diese Zeit geht dann in der
Regel bis Ostern.
Das Fasten und die Buße geschehen auch besonders im Hinblick
auf Ostern, einem anderen Fest, das ganz besonders den Tod und die
Auferstehung Christi zum Thema hat. Der Höhepunkt des
Karnevals wird nach der Weiberfastnacht (am Donnerstag vor
Rosenmontag), mit regionalen Unterschieden, mit dem Rosenmontag oder
Faschingsdienstag erreicht. An diesen Tagen finden auch in
verschiedenen Städten Umzüge mit Festwagen sowie
karnevalistische Veranstaltungen statt. Dabei tragen die meisten
Akteure spezielle Karnevalskostüme.
Wann der genaue Ursprung dieses Festes war, ist nicht ganz sicher
nachzuweisen. Sicher scheint, dass es auf bestimmte Bräuche
der katholischen Kirche zurückgeht. Die Protestanten konnten
nach der Reformation mit diesem Brauch nichts anfangen und so wurde er
bei den Protestanten auch nicht gepflegt.
Umstritten ist, ob die Feiern neben religiösen
Bezügen auch in germanisch-heidnischen Riten, den
Fruchtbarkeitskulten und der Wintervertreibung ihre Wurzeln haben.
Als die Fastenzeit noch strenger eingehalten wurde als heute, wurden
die zwei oder drei Tage, die dem Aschermittwoch vorausgingen, als
Fastnachtszeit oder Rosenmontag und Faschingsdienstag bezeichnet und
mit Spielen, sportlichen Wettkämpfen, Tänzen und
allgemeinen Feiern begangen. Der deutsche Begriff Fastnacht bedeutet
„Nacht vor dem Fasten“: Bei Fastnachtsfesten sollte
ursprünglich die Nahrung aufgebraucht werden, die
während der Fastenzeit nicht gegessen werden konnte.
Für viele hat dieses Fest wohl weder was mit
germanisch-heidnischen Riten, noch etwas mit dem katholischen Brauch
des Fastens zu tun und sie feiern dieses Fest, um einfach
Spaß zu haben, und andere wiederum, um einmal so richtig
über die Strenge zu schlagen – einmal etwas zu tun,
was man sonst nicht darf. Deshalb wahrscheinlich auch die Verkleidung!
Was sagt die Bibel?
Es ist
wie mit so vielen Festen in der
Christenheit, dass die Bibel dazu eigentlich überhaupt nichts
direktes sagt. Wir werden auch als Christen nirgendwo in der Heiligen
Schrift aufgefordert eine bestimmte Fastenzeit einzuhalten, oder
bekommen gar die Erlaubnis einmal ganz ausschweifend zu leben und
„mal so richtig über die Strenge zu
schlagen.“
Trotzdem hat auch dieses Fest, zumindest im katholischen Teil der
Christenheit, einen gewissen Stellenwert erlangt und man sieht zu
Karneval die Gemeindemitglieder zum Gemeindesaal pilgern, um
ausgelassen zusammen zu sein. Vom biblischen Standpunkt her ist dieses
Verhalten entschieden zurückzuweisen. Nicht, dass es dem
Christen untersagt wäre, fröhlich zu sein oder bei
einem gemeinsamen Essen in angenehmer Atmosphäre zusammen zu
sein – siehe Lukas 15 als der verlorene Sohn nach Haus kam
(wobei dies natürlich lediglich ein Teil eines Gleichnisses
ist!) – aber die Bibel fordert uns doch eindringlich auf, uns
nicht am Wein zu berauschen und ausschweifende Feste zu feiern (siehe
Eph. 5,18: „Berauschet euch nicht mit Wein, in welchem
Ausschweifung ist.“).
In Epheser 5,3+4 heißt es: “Hurerei aber und alle
Unreinigkeit oder Habsucht {O. Gier} werde nicht einmal unter euch
genannt, gleichwie es Heiligen geziemt; auch Schändlichkeit
und albernes Geschwätz oder Witzelei, welche sich nicht
geziemen, sondern vielmehr Danksagung.“ Diese Bibelstelle
sagt ganz deutlich, was wir von den Büttenreden und dem damit
verbundenen albernen Geschwätz zu halten haben, um gar nicht
erst zu reden von den vielen außerehelichen Sexualkontakten
während dieser Zeit?
Übrigens ein Wort, welches wir ruhig auch auf unseren Alltag
anwenden dürfen, nicht nur zu solchen Extrembeispielen!
Denken wir noch an ein anderes Beispiel: Zu Weiberfastnacht wird ganz
bewusst in einer zum Teil hemmungslosen Art und Weise die
göttliche Schöpfungsordnung mit ihrer
Rollenverteilung umgestoßen und umgeändert
– eine drastische Auflehnung gegen Gott.
Wie
sollen wir uns
als Christen verhalten?
Eigentlich
könnte man diese Frage ganz
schnell beantworten und sagen, da gibt es doch gar keine Frage, oder?
Solange man keine Kinder hat, wird diese Frage wohl auch
tatsächlich für jeden ernsthaften Christen einfach zu
beantworten sein. Aber was, wenn die Kinder aus dem Kindergarten kommen
und nichts lieber wünschen, als sich zu verkleiden? Was, wenn
die Kinder sich nicht mit den Versuchen der Eltern zufrieden geben, sie
auf freiwilliger Basis davon fernzuhalten. Jedes Mutterherz
fängt spätestens dann an zu bluten, wenn die Kinder
mit großen Augen vor ihr stehen und sagen „bitte,
Mami“.
Was kann man tun? Nun, mit Sicherheit gibt es auch hier kein
Patentrezept und letztendlich muss wohl jede Familie diese
Angelegenheit ernsthaft ins Gebet bringen und den Herrn um Rat fragen.
Denn eine Kindergartenfeier und eine normale Karnevalsveranstaltung
sind wohl in keiner Weise miteinander zu vergleichen. Solange die
Kinder noch sehr klein sind, und sie für eine
Erklärung „was denn Karneval ist“ noch
kein Verständnis haben, muss man unseres Erachtens nicht
gleich alle Register der elterlichen Autorität ziehen. Manche
Kinder verkleiden sich gern und sie wissen einerseits nichts von einer
Fastenzeit oder einem Papst Gregor I., der am Aschermittwoch den
Gläubigen ein Aschekreuz auf die Stirn macht und dabei ein
Gebet spricht und haben andererseits auch noch keinen Begriff von den
Sünden in der Erwachsenenwelt.
Es kommt aber die Zeit, wo die Kinder größer und
vernünftiger werden, und wo sie durchaus verstehen
können, warum Karneval ein Fest ist, dass niemals zur Ehre des
Herrn sein kann. Und sie lernen verstehen, warum es sogar ein Fest ist,
das in Gottes Augen ganz abscheulich ist. Denn zu keinem Fest im Jahr
wird so viel getrunken, gespottet und Hurerei und Ehebruch betrieben.
Und sie sind auch in der Lage zu verstehen, dass, wenn auch selbst in
ihrem Alter das Verkleiden noch eine harmlose Spielerei ist, doch
dasselbe Verkleiden bei Erwachsenen oft als Möglichkeit
genutzt wird, unerkannt und ungesehen die schlimmsten Sünden
zu begehen, die man sich vielleicht ohne Verkleidung nie geleistet
hätte. Dann wird es für sie
selbstverständlich sein, dass sie bei diesem Treiben nicht
mehr mitmachen wollen.
Mal nebenbei: Es gab auch Personen in der Bibel, die sich verkleideten:
Jakob – um sich den Segen seines Vaters zu erschleichen (1.Mo
27); Tamar – um verkleidet als Prostituierte ihren
Schwiegervater zu verführen (1.Mo 38); Saul – um
unerkannt zu einer okkultistischen Sitzung zu gehen (1.Sam 28). Alle
diese Personen verkleiden sich eigentlich, um zu sündigen. Sie
benutzen dazu eine „andere Identität“.
Handeln wir manchmal ebenso? Oder hätten wir den Wunsch,
vielleicht einmal so zu handeln? Gibt es bei uns Situationen, wo wir
unsere Identität wechseln wollen, um uns so vor den Menschen
oder gar vor Gott zu verstecken, um unerkannt zu sündigen?
Aber zurück zu unseren Kindern: Oft hat sich auch
bewährt, in solchen Situationen, wenn die Kinder irgendwo das
Gefühl haben auf etwas verzichten zu müssen, ihnen
eine Alternative zu bieten. Wenn eine Karnevalsfeier im Kindergarten
oder in der Schule ansteht, an der die Kinder nicht gezwungen sind
teilzunehmen, dann könnte man zum Beispiel mit den Kindern
schwimmen gehen oder bei schönem Wetter in den Zoo gehen. Wenn
sich die Kinder mal gerne verkleiden möchten, kann man auch zu
einem anderen Tag im Jahr mal einige Kinder einladen und ihnen
verschiedene Kleidungsstücke geben, damit sie sich verkleiden
können. Das muss ja nicht unbedingt zu Karneval sein.
Christen sind das Salz der Erde und sollen der Fäulnis
entgegenwirken, die sich überall breit macht. Für
Christen ist Karneval eine einmalige Gelegenheit, sich an diesem
Treiben nicht zu beteiligen. Und wenn wir dann verspottet werden? Nun,
dann sagt Gottes Wort, dass dies alles Seine Gnade ist. Denn Gott hat
uns auserwählt, um den Menschen um uns her ein Zeugnis zu
sein. Wenn wir uns überall anpassen und überall
mitmachen, wo ist dann das Zeugnis? Der erste Petrusbrief sagt
sinngemäß, wo ist der Ruhm, wenn wir ausharren,
indem wir sündigen und bei dem gleichen Treiben mitmachen?
Aber wenn wir Gutes tun und leiden und nicht mitmachen, dann
heißt es, „es ist Gnade bei Gott“ (2,20).
Es ist Gnade, weil wir darin dem Herrn Jesus ähnlich werden
und Seinen Fußspuren folgen. Er musste nicht leiden, weil Er
etwas Böses getan hätte, sondern Er musste leiden und
verspottet werden, weil Er ausschließlich Gutes getan hatte,
so dass der Schächer am Kreuz ausrufen musste:
„dieser aber hat nichts Ungeziemendes getan“ (Lk.
23,41) – War Er es nicht, von dem die Schrift sagt:
„welcher keine Sünde tat, noch wurde Trug in seinem
Munde erfunden...“ (1.Petr. 2,22)? Er kam dem Sünder
so nahe, so nahe, dass Er unsere Sünde zu Seiner
Sünde machte und doch lesen wir: „Denn ein solcher
Hohepriester geziemte uns: heilig, unschuldig, unbefleckt, abgesondert
von den Sündern und höher als die Himmel
geworden,“ (Hebr.7,26).
Bedenken wir, dass es gerade diese Sünden waren, die das
Leiden unseres Herrn auf das Vollmaß gebracht haben. Wenn wir
uns also mit diesem Fest in irgendeiner Form verbinden, beteiligen wir
uns an dem Spott und an der Ausschweifung, die unserem Herrn so viel
Leidensnot gebracht hat. Das wird sich wohl kein Christ
wünschen!
Man halte sich einmal vor Augen: Man gesteht zu, dass in Verbindung mit
dem Tod Christi (Ostern) Buße (Fastenzeit) angebracht ist.
Schließlich waren es ja gerade die Sünden der
Menschen, die Seinen Tod notwendig machten. Und als Vorbereitung dazu
(Karneval) wird dann noch einmal das Sündigen zum
Höhepunkt gebracht. Das können nur solche machen
– Gottlose –, von welchen Judas spricht in seinem
Brief, in Vers 4, „die die Gnade Gottes in Ausschweifung
verkehren.“
Wir dürfen dem Sünder nahe kommen, aber wir
dürfen uns nicht moralisch mit ihm verbinden. Wenn der Herr
auf einem Fest war, dann nicht, um auf demselben Niveau wie alle
anderen Gäste mit Ihnen Gemeinschaft zu haben, sondern um als
das Licht der Welt wirken zu können. Fragen wir uns, ob dies
wohl heute bei uns möglich ist, wenn wir zu solch einer
Karnevalsveranstaltung gehen würden.
Quintessenz
Dieses
Fest müssen wir aus biblischen
Gründen völlig ablehnen, aber wir wollen die Menschen
im Auge behalten, die überhaupt noch nichts davon geschmeckt
haben, was es bedeutet, wirklich frei zu sein. Denn Karneval bedeutet
nicht frei zu sein, sondern im Höchstmaß gebunden zu
sein (Alkohol, Ausschweifung, Völlerei, Hurerei und Ehebruch).
Bist du schon wirklich frei?
Mit
freundlicher
Genehmigung von: © SoundWords
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Gott geben und den Weg zum ewigen Heil aufzeigen.
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