Dies ist das ewige Leben
ChB
Gemeinschaft mit göttlichen Personen (1. Johannes 1,1)
Das Wort des Lebens
Es gab unter den so genannten
"Gnostikern" eine von Cerinthus, einem alexandrinischen Juden,
angeführte Richtung, die behauptete, dass der Christus der
göttliche Geist sei. Erst nach der Taufe sei Er auf Jesus
herniedergestiegen und habe von Ihm Besitz ergriffen wärend
Seines ganzen Lebens, sei aber von Ihm gewichen, als Er am Kreuz hing.
Dies war eine der vielen Formen böser Lehre, die unter dem
Ausdruck "Gnostizismus" zusammengefasst wird. Sie trug einen stark
intellektuellen Charakter, wobei in diesem System auch Magie und selbst
Unsittlichkeit eine traurige Rolle spielten. Auch heute gibt es
innerhalb der Christenheit Menschen, die in der einen oder anderen Form
dasselbe sagen: dass Jesus nur der nat?liche Sohn von Joseph und Maria
und dass Christus ein Geist sei, der von Ihm Besitz ergriff. Dies ist
beispielsweise die Grundlehre der so genannten >Christlichen
Wissenschaft<.
Eine andere Richtung unter den Gnostikern leugnete die Wirklichkeit der
Menschheit Jesu. Diese Irrlehrer verneinten, dass Er einen menschlichen
Köper gehabt habe. Für sie war alles Böse
mit dem Stofflichen, mit der Materie verbunden, und es war für
sie undenkbar, dass die Gottheit je herabsteigen könnte, um in
einer stofflichen Hütte zu wohnen. Für sie war Jesus
nur ein Phantom, gleichsam dünne Luft, die man nicht greifen
konnte - eine Ausstrahlung Gottes, mehr nicht.
In seinen Briefen begegnet Johannes beiden Irrlehren, ohne sie
allerdings direkt zu nennen oder näher zu beschreiben. Dem
zuletzt genannten Irrtum tritt er zuerst entgegen, wenn er
fortfährt:
„ .. was wir gehört, was wir mit
unseren Augen gesehen, was wir angeschaut und unsere Hände
betastet haben, betreffend das Wort des Lebens" (Vers 1).
Noch immer sagt er: „was", nicht: „wer", weil er
vom >Wort des Lebens< spricht. Das ist natürlich
Christus, aber er nennt Ihn noch nicht persönlich. Es geht dem
Schreiber darum, zu zeigen, was in Ihm offenbart wurde, als Er hier
war. Er war das >Wort des Lebens<, das heißt,
Er gab dem göttlichen Leben völlig Ausdruck.
Wunderbare Tatsache! Wenn wir wissen wollen, was ewiges Leben in all
seiner Vollkommenheit, in all seiner Reinheit ist, müssen wir
den Herrn Jesus anschauen, müssen wir Sein Leben hier auf der
Erde betrachten, wie die Evangelien es uns schildern. Das ist es, was
Johannes mit >Wort des Lebens< meint.
Es ist wahr: Mit den Eingangsworten des ersten Verses gibt der
Schreiber den Inhalt seines Briefes an. Aber nichtsdestoweniger
drückt er darin auch einen Fortschritt in der Erfahrung aus,
den sie, die Apostel, im Blick auf Christus erlebt hatten. Was er hier
schildert, ist eine sich vertiefende Vertrautheit mit dieser
göttlichen Person. Und so bringt jeder der verwendeten
Ausdrücke den Herrn Jesus näher zu uns.
Er beginnt mit dem, was sie gehört hatten. Doch es war nicht
nur eine entfernte Stimme gewesen. Man mag ja eine Person von weitem
hören, ohne sie auch sehen zu können; sie aber waren
dem >Wort des Lebens< so nahe gekommen, dass er
hinzufügen kann: „... was wir mit unseren Augen
gesehen haben." Doch man mag eine Person sehen, ohne ihr nahe genug zu
sein, um sie auch genauer anschauen und betrachten zu können;
sie aber waren dem >Wort des Lebens< so nahe gekommen,
dass er hinzufügen kann: „... was wir angeschaut
haben." Sie hatten Ihn aus nächster Nähe anschauen
können. Aber man mag eine Person aus nächster
Nähe beobachten, ohne sie auch berühren zu
können; sie aber waren dem >Wort des Lebens< so
nahe gekommen, dass er hinzufügen kann: „... was
unsere Hände betastet haben."
In der Tat, Johannes und die übrigen Apostel hatten Christus,
das Wort des Lebens, aufs Innigste gekannt. Er war nicht wie
„dünne Luft" bei ihnen gewesen, die man nicht fassen
kann, nicht nur eine vorübergehende Vision, sondern ein Mensch
von Fleisch und Blut. Sie hatten sich nicht getäuscht.
Hatte nicht der Schreiber in jener letzten, denkwürdigen Nacht
selbst zu Tisch im Schoß Jesu gelegen und sich an Seine Brust
gelehnt und gefragt: „Herr, wer ist es, der dich
überliefert?" (Joh 13,23; 21,20)? Und nachdem der Heiland
auferstanden war - war Er nicht noch am Abend desselben Tages in die
Mitte der in Jerusalem versammelten Jünger getreten und hatte
sie, weil sie sich fürchteten, aufgefordert: „Seht
meine Hände und meine Füße, dass ich es
selbst bin; betastet mich und seht, denn ein Geist hat nicht Fleisch
und Gebein, wie ihr seht, dass ich habe" (Lk 24,39)? Auch acht Tage
später geschah etwas Ähnliches, als der Herr zu
Thomas sagte: „Reiche deinen Finger her und sieh meine
Hände, und reiche deine Hand her und lege sie in meine Seite,
und sei nicht ungläubig, sondern gläubig" (Joh 20,27).
Ja, so nahe ist der Unendliche, der Allerhöchste, zu uns
Menschen hingekommen! Gott kam in Seine eigene Schöpfung als
Mensch, kam so nahe zu uns, dass Er sich uns offenbaren und
für unsere Sünden sterben konnte. Das wird uns ewig
zur Anbetung leiten.
Wenn hier drei Sinneswahrnehmungen (Hören, Sehen, Betasten)
genannt werden, so geschieht das einerseits, um - entgegen den Ideen
der Gnostiker - auf die Wirklichkeit der Menschheit Jesu hinzuweisen.
Andererseits aber will der Heilige Geist dadurch auch hervorheben, wie
geeignet der Schreiber ist, davon zu berichten.
Eine textliche Besonderheit
Doch sei noch, ehe wir diesen Vers verlassen, auf die unterschiedlichen
Zeitformen im griechischen Text hingewiesen, die der Heilige Geist hier
benutzt. Sie sind zweifellos nicht „zufällig" so
gewählt. Auch sind es ja gerade die Zeitformen, die der
griechischen Sprache so tiefe Ausdrucksmöglichkeiten
verleihen. Die beiden ersten Teilsätze lauten:
„was wir gehört haben";
„was wir mit unseren Augen gesehen haben ".
Hier wird die Perfekt-Form verwendet. Die beiden nächsten
Teilsätze haben dagegen die Aorist-Form, die wir zur
Unterscheidung so wiedergeben können:
„was wir anschauten ";
„was unsere Hände betasteten ".
Wir können uns vorab als Regel merken: Die Perfekt-Form
beschreibt im Griechischen die gegenwärtigen Folgen einer
Handlung in der Vergangenheit. Sie gibt einen Zustand an, der schon in
der Vergangenheit erreicht wurde und der noch andauert. Auch die
Aorist-Form ist eine Vergangenheitsform; aber sie ist die typische
Erzählform, mit ihr werden historische Vorgänge
wiedergegeben.
In den beiden ersten Sätzen mit >haben< betont
Johannes also die bleibenden Ergebnisse ihrer Erfahrungen. Das, was sie
von Anfang an gesehen und gehört hatten, war auch dann noch
so, als er von diesen Dingen schrieb. Das ist es, was hier durch die
Perfekt-Formen ausgedrückt wird. Aber dann hebt er mit den
AoristFormen die Bestimmtheit der Ereignisse hervor, die die Apostel im
persönlichen Umgang mit dem Herrn erlebt hatten. Dazu dient
die Aorist-Form. So haben wir zuerst sein Bestehen auf dem, was bleibt;
und dann bestätigt er das alles dadurch, dass er historisch
von der Vergangenheit berichtet. Oder anders ausgedrückt: Wir
haben zuerst eine lehrmäßige und dann eine
historische Feststellung.
Die Aussagekraft der unterschiedlichen griechischen Zeitformen ist
gerade für die Auslegung des ersten Briefes des Johannes so
wichtig. Ich bin deswegen gleich zu Anfang ein wenig näher
darauf eingegangen. Wenn der Leser sich diese einfachen Bedeutungen der
genannten Zeitformen ein wenig einprägen kann, besitzt er
einen guten Schlüssel für das weitere Studium dieses
Briefes und der Schrift überhaupt. Es mag und wird noch die
eine oder andere Zeitform hinzukommen, aber das sind zuerst einmal die
wichtigsten. Wo es angebracht erscheint, werde ich im Übrigen
später diese Zeitformen in Klammen durch >Perf.<
und >Aor.< kenntlich machen.
Um die beiden genannten Zeitformen noch etwas näher zu
erläutern, sei noch ein Vers aus dem ersten Korintherbrief als
Beispiel angeführt. Dort beschreibt ein anderer Schreiber,
Paulus, den Inhalt des Evangeliums und sagt: „Denn ich habe
euch zuerst überliefert, was ich auch empfangen habe: dass
Christus für unsere Sünden gestorben ist (Aor.) nach
den Schriften; und dass er begraben wurde (Aor.) und dass er auferweckt
worden ist (Perf.) am dritten Tag nach den Schriften" (Kap. 15,3.4).
Die heilsgeschichtlichen Tatsachen des Sterbens und des Begrabenwerdens
Christi werden durch den Aorist ausgedrückt. Seine
Auferweckung wird jedoch durch das Perfekt beschrieben, was so viel
bedeutet wie: Er ist damals auferweckt worden, und Er ist noch immer in
diesem Zustand; das heißt, Er lebt.
Doch kommen wir zu unserem Text zurück. Wir haben gesehen,
dass das ewige Leben in dem Herrn Jesus auf der Erde seinen
vollkommenen Ausdruck gefunden hat und dass es etwas Vollkommeneres,
dass es eine darüber hinausgehende Offenbarung nicht geben
kann. Angesichts der ständigen Bemühungen Satans,
unseren Blick von Christus und der in Ihm offenbarten Wahrheit weg- und
auf irgendetwas Neues hinzulenken, haben wir es immer wieder
nötig, zu dem zurückzukehren, was wir „von
Anfang an gehört" haben, damit es in uns „bleibt".
Das macht nicht nur unsere Sicherheit, sondern auch unser
Glück aus; denn so werden wir auch „in dem Sohn und
in dem Vater bleiben" (1. Joh. 2,24).
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dieser Homepage
möchten wir Ihnen Hilfen und Anregungen bei Ihrer Suche nach
Gott geben und den Weg zum ewigen Heil aufzeigen.
Und wie Mose in der Wüste die Schlange
erhöhte, so muss der Sohn des Menschen erhöht werden, damit
jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern das ewige Leben hat.
Johannes 3,14
Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen
Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verlorengeht, sondern ewiges Leben hat.
Johannes 3,16
Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, der hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern er ist vom Tod zum Leben hindurchgedrungen.
Johannes 5,24
Und
ich gebe ihnen ewiges Leben, und sie werden in Ewigkeit nicht
verlorengehen, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen.
Johannes 10, 18
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